Telefon

04107 59 64 780

Email

praxis@christiane-abraham.eu

Kennenlerngespräch - kostenlos

Mittwoch: 12-13 Uhr

„Ich bin nicht müde. Ich bin wie ausgeknipst.“ So beschreiben viele Frauen einen Zustand, gegen den kein Schlaf hilft. Acht Stunden im Bett, extra früh das Licht aus – und morgens bleibt der Akku trotzdem leer. Beim Arzt heißt es dann oft: Ihre Werte sind alle in Ordnung. In dieser Folge geht es darum, warum Müdigkeit und Erschöpfung zwei verschiedene Dinge sind und wo Ihrem Körper die Energie verloren gehen kann.

Ein Handy, das am Kabel hängt und nicht voll wird

Ich arbeite in dieser Folge mit einem Bild. Ihr Schlaf ist wie das Ladekabel Ihres Handys. Wenn das Handy morgens nicht voll ist, liegt es selten an den Stunden am Kabel. Es liegt daran, dass der Stecker wackelt, der Akku die Ladung nicht mehr hält oder im Hintergrund Apps laufen, die den Strom wegziehen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: Wie lange habe ich geschlafen? Sondern: Wo geht die Ladung verloren?

Müde ist nicht erschöpft

Müdigkeit ist ein Signal: Ich brauche Schlaf. Sie schlafen, und sie ist weg. Erschöpfung bleibt, obwohl Sie geschlafen haben. Und „Ihre Werte sind in Ordnung“ heißt nicht, dass Sie sich etwas einbilden. Ein Referenzbereich beschreibt, wo die Werte der meisten Menschen liegen – nicht, bei welchem Wert Sie sich gut fühlen. Ein Beispiel ist der Eisenspeicher, das Ferritin: Er kann im Normbereich liegen und trotzdem so knapp sein, dass für die Kraftwerke in den Zellen wenig übrig bleibt.

Vier Stellen, an denen die Ladung verloren geht

  • Der Akku: das Eisen und die Kraftwerke in den Zellen, die Mitochondrien. In einer Studie mit knapp zweihundert erschöpften Frauen ohne Blutarmut ging die Erschöpfung mit Eisen fast um die Hälfte zurück – mit einem Scheinpräparat allerdings auch um fast ein Drittel. Ein knapper Speicher ist ein ernstzunehmender Mitspieler, aber selten der einzige. Eisen gehört nicht in Eigenregie.
  • Das Ladegerät: die Schilddrüse, die den Takt der Zellen vorgibt, und die Stressachse, die bestimmt, wann Sie Energie bekommen.
  • Der Stecker: der Schlaf selbst. Gerade in den Wechseljahren wachen viele Frauen nachts immer wieder kurz auf – durch Hitzewallungen, einen Abfall des Blutzuckers oder kurze Atemaussetzer. Die Stunden stimmen, die Tiefe nicht.
  • Die Apps im Hintergrund: alles, was das Immunsystem dauerhaft beschäftigt – eine stille Entzündung, zu viel Histamin, ein Darm aus dem Gleichgewicht, ein Infekt, der nie ganz abgeklungen ist.

Bei den meisten Frauen ist es nicht eine Stelle, sondern zwei oder drei gleichzeitig.

Wenn Bewegung nicht die Antwort ist

„Beweg dich mehr“ ist für viele Frauen ein guter Rat. Aber es gibt eine Form der Erschöpfung, bei der der Körper auf Anstrengung nicht mit Training antwortet, sondern mit einem Absturz – oft erst Stunden oder Tage später. Das nennt man Belastungsintoleranz. Die britische Gesundheitsbehörde NICE empfiehlt bei ME/CFS seit 2021 ausdrücklich, kein Bewegungsprogramm mit festen Steigerungen durchzuführen, sondern innerhalb der eigenen Energiegrenze zu bleiben.

Wichtig: Wenn Ihre Erschöpfung neu ist und Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust, Atemnot oder Schmerzen in der Brust dazukommen, lassen Sie das bitte zuerst ärztlich abklären. Und wenn eine Hoffnungslosigkeit dazukommt, die Sie nicht loslässt: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Drei Dinge, die Sie ab morgen ausprobieren können

  1. Pause, bevor der Akku leer ist. Planen Sie Pausen fest ein wie einen Termin – zehn Minuten liegen, Augen zu, kein Handy. Mitten im Tag, nicht erst, wenn nichts mehr geht.
  2. Licht vor dem Bildschirm. In der ersten Stunde nach dem Aufstehen zehn Minuten nach draußen oder ans offene Fenster. Erst danach kommt das Handy.
  3. Vierzehn Tage Energie-Tagebuch. Jeden Abend drei Zeilen: Was habe ich gemacht? Wie habe ich geschlafen? Wie geht es mir von null bis zehn? Und wenn Sie noch einen Zyklus haben, den Zyklustag. Der Blick auf den übernächsten Tag nach einem anstrengenden Tag macht einen verzögerten Absturz sichtbar.

Kostenloser Leitfaden

„Meine Werte sind in Ordnung – und trotzdem geht es mir nicht gut“: mit acht Fragen für Ihren nächsten Termin. Sie erhalten ihn, wenn Sie sich in meinen Newsletter eintragen: www.christiane-abraham.eu/newsletter/

Kennenlerngespräch

Wenn Ihr Energie-Tagebuch ein Muster zeigt und Sie es nicht allein sortieren möchten: Unter www.christiane-abraham.eu/termin/ können Sie ein kostenfreies Kennenlerngespräch von 15 Minuten am Telefon buchen.

Noch tiefer im Blog

Die Folge gibt es auch auf Spotify: https://open.spotify.com/episode/5G0ILBXnwezYdwSl4Abc1K

Quellen: Vaucher P et al., Effect of iron supplementation on fatigue in nonanemic menstruating women with low ferritin, CMAJ 2012. NICE guideline NG206, Myalgic encephalomyelitis (or encephalopathy)/chronic fatigue syndrome: diagnosis and management, 2021.

Die Inhalte dieser Seite dienen der Information und ersetzen keine individuelle ärztliche oder heilkundliche Diagnose oder Behandlung.

Christiane Abraham

Naturheilpraxis Christiane Abraham in Siek — Frauengesundheit, hormonelle Stoffwechselregulation und Traumatherapie.

Recommended Articles