„Schlafen Sie gut?“ – Diese Frage löst bei vielen Frauen in den Wechseljahren nur ein müdes Lächeln aus. Denn der erholsame Schlaf, der früher selbstverständlich war, ist einem nächtlichen Wachliegen gewichen. In meiner neuen Podcast-Folge erkläre ich, warum das so ist – und warum die üblichen Tipps oft ins Leere laufen.
Progesteron: Ihre natürliche Einschlafhilfe
Ein Abbauprodukt von Progesteron, das Allopregnanolon, verstärkt im Gehirn die Wirkung von GABA, dem wichtigsten beruhigenden Botenstoff – am selben Rezeptor, an dem auch viele Beruhigungsmittel ansetzen, nur an einer anderen Stelle. Deshalb gilt Progesteron als körpereigene Einschlafhilfe. In der Perimenopause sinkt Progesteron oft als Erstes, weil Zyklen ohne Eisprung häufiger werden, und damit verschwindet die innere Bremse, die Ihnen abends beim Abschalten hilft. Besonders das typische Aufwachen zwischen zwei und vier Uhr nachts erkläre ich in der Folge ausführlich.
Die Cortisol-Umkehr
Normalerweise ist Cortisol morgens hoch und abends niedrig. Bei chronischem Stress kann sich dieses Muster umkehren: Morgens kommen Sie kaum hoch, abends sind Sie hellwach. Ein Cortisol-Tagesprofil im Speichel kann dieses Muster sichtbar machen.
Die versteckten Ursachen
Neben den beiden Hauptfaktoren spreche ich über fünf weitere Ursachen, die kaum jemand prüft: Histaminintoleranz, Schilddrüsenschwankungen, Magnesiummangel, Vitamin-B6-Mangel und ein dysreguliertes Nervensystem. Jede einzelne kann den Schlaf stören – und viele davon lassen sich gezielt abklären.
Warum Schlafhygiene allein nicht reicht
Ein dunkles Schlafzimmer und kein Bildschirm vor dem Einschlafen sind sinnvoll. Aber wenn ein Progesteronmangel oder ein Magnesiummangel die eigentliche Ursache ist, ist Schlafhygiene wie ein Pflaster auf einem gebrochenen Arm. Deshalb plädiere ich dafür, zuerst die Ursache zu finden – und dann dort anzusetzen, wo der Hebel wirklich liegt.
Ein Hinweis ist mir wichtig: Dieser Beitrag und die Podcast-Folge dienen dem Verständnis und ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Schlafmedikamente und deren Verordnung gehören in ärztliche Hände.
Zum Vertiefen
Den ausführlichen Blogartikel zu dieser Folge finden Sie hier:
Schlafstörungen in den Wechseljahren: 7 Ursachen, die kaum jemand prüft
Die ganze Folge hören
Folge 7 von „Christiane Abraham · Naturheilkunde verstehen“ ist überall verfügbar, wo es Podcasts gibt: Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer und auf YouTube. Hören Sie gern rein – und schreiben Sie mir an praxis@christiane-abraham.eu, welche Themen Sie sich für eine der nächsten Folgen wünschen.