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Wenn der Darm durchlässig wird

In meinem Artikel über Darmsanierung habe ich den Begriff Leaky Gut bereits erwähnt. Heute möchte ich tiefer einsteigen – denn dieser Zustand betrifft deutlich mehr Menschen als vermutet und erklärt Beschwerden, die auf den ersten Blick nichts mit dem Darm zu tun haben.

Was ist Leaky Gut?

Ihr Darm hat eine Schleimhaut, die aus einer einzigen Zellschicht besteht – dünner als ein Blatt Papier. Diese Zellen sind durch sogenannte Tight Junctions miteinander verbunden: feste Verbindungen, die wie Türsteher entscheiden, was durchdarf und was draußen bleibt. Nährstoffe? Rein. Bakterien, Toxine, unverdaute Nahrungspartikel? Draußen bleiben.

Beim Leaky Gut werden diese Tight Junctions lockerer. Die Türsteher machen Pause. Plötzlich gelangen Stoffe in den Blutkreislauf, die dort nicht hingehören – und das Immunsystem reagiert mit einer Entzündungsreaktion. Nicht einmal, sondern dauerhaft, weil der undichte Darm ständig für Nachschub sorgt.

Symptome weit weg vom Darm

Das Heimtückische am Leaky Gut: Die Beschwerden treten oft weit entfernt vom Darm auf. Hautprobleme (Ekzeme, Akne, Rosacea) gehören zu den häufigsten Zeichen. Gelenkschmerzen ohne erkennbare Ursache. Brain Fog und chronische Müdigkeit. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die plötzlich auftreten. Autoimmunreaktionen, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift.

Viele meiner Patientinnen haben eine Odyssee durch Fachärzte hinter sich – Dermatologie wegen der Haut, Orthopädie wegen der Gelenke, Neurologie wegen des Nebels – und niemand hat an den Darm gedacht.

Was den Darm durchlässig macht

Chronischer Stress ist einer der stärksten Trigger, denn Cortisol schädigt die Darmschleimhaut direkt. Bestimmte Medikamente wie Säureblocker (PPI) und nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen, Diclofenac) können die Tight Junctions lockern. Eine gestörte Darmflora (Dysbiose) fördert entzündliche Prozesse an der Schleimhaut. Und Gluten kann bei sensiblen Menschen über das Protein Zonulin die Darmpermeabilität erhöhen.

Diagnostik und Therapie

In meiner Praxis messe ich den Marker Zonulin im Stuhl, der die Durchlässigkeit der Darmbarriere anzeigt. Dazu kommen Entzündungsmarker (Calprotectin) und eine umfassende Darmflora-Analyse. Auf dieser Basis folgt eine gezielte Therapie: Darmschleimhaut reparieren mit L-Glutamin, Zink und Vitamin A. Entzündung reduzieren mit Omega-3 und Curcumin. Darmflora wieder aufbauen mit individuellen Pro- und Präbiotika. Und die Auslöser abstellen – Stress, Medikamente, Ernährungstrigger.


Sie möchten wissen, ob ich Ihnen helfen kann?

Hautprobleme, Gelenkschmerzen, ständige Müdigkeit? Ihr Darm könnte die Ursache sein. In meiner Praxis biete ich gezielte Darmdiagnostik an.

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Die Inhalte dieses Artikels dienen der Information und können keine individuelle ärztliche oder heilkundliche Diagnose oder Behandlung ersetzen.

Ihre Christiane Abraham 🌿

Christiane Abraham

Naturheilpraxis Christiane Abraham in Siek — Frauengesundheit, hormonelle Stoffwechselregulation und Traumatherapie.

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