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Ganzheitliche Ansätze jenseits von Ritalin

Wenn Eltern mit der Diagnose AD(H)S ihres Kindes zu mir kommen, spüre ich oft eine Mischung aus Erleichterung und Unsicherheit. Erleichterung, weil das Verhalten des Kindes endlich einen Namen hat. Und Unsicherheit, weil die Frage im Raum steht: Was nun? Medikamente? Und gibt es Alternativen?

Ich möchte gleich vorwegnehmen: Ganzheitliche Ansätze sind keine Konkurrenz zur medizinischen Behandlung, sondern eine wertvolle Ergänzung. In vielen Fällen können sie dazu beitragen, dass Kinder weniger Medikamente brauchen oder die Medikamente besser wirken.

Die Rolle von Mikronährstoffen

Forschungen zeigen, dass viele Kinder mit AD(H)S Defizite bei bestimmten Mikronährstoffen aufweisen – und dass ein gezielter Ausgleich die Symptome verbessern kann.

Zink ist an über 300 enzymatischen Prozessen beteiligt, darunter die Produktion von Dopamin – genau dem Neurotransmitter, der bei AD(H)S eine zentrale Rolle spielt. Studien zeigen, dass Kinder mit AD(H)S häufiger niedrige Zinkspiegel haben als Kinder ohne die Diagnose.

Magnesium beruhigt das Nervensystem und kann die Impulsivität und motorische Unruhe reduzieren. Ein Magnesiummangel verstärkt die Erregbarkeit des Nervensystems – und ist bei Kindern mit hohem Bewegungsdrang und Stress besonders häufig.

Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) unterstützen die Gehirnentwicklung und die Signalweiterleitung zwischen Nervenzellen. Mehrere Studien zeigen, dass eine Omega-3-Supplementierung bei Kindern mit AD(H)S die Aufmerksamkeit und das Verhalten verbessern kann – nicht bei allen, aber bei einem relevanten Anteil.

Eisen (Ferritin) ist für die Dopaminsynthese unerlässlich. Ein Eisenmangel – und der ist bei Kindern häufiger als man denkt – kann AD(H)S-Symptome verstärken oder sogar imitieren. Deshalb gehört der Ferritin-Wert für mich zur Basisdiagnostik bei jedem Kind mit Konzentrationsproblemen.

Wichtig: Ich empfehle keine pauschale Supplementierung. Erst messen, dann gezielt ergänzen – das gilt bei Kindern ganz besonders.

Darmgesundheit und AD(H)S

Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn ist bei Kindern mit AD(H)S besonders relevant. Studien zeigen, dass die Darmflora von Kindern mit AD(H)S sich häufig von der nicht-betroffener Kinder unterscheidet. Ein gestörtes Darmmilieu kann Entzündungsprozesse fördern, die wiederum die Gehirnfunktion beeinflussen.

In meiner Praxis empfehle ich deshalb oft eine Stuhlanalyse und bei Bedarf eine gezielte Darmsanierung als Bestandteil der Behandlung. Viele Eltern sind überrascht, wenn sich das Verhalten ihres Kindes verbessert, nachdem der Darm saniert wurde – „als hätte jemand einen Dimmer gedreht“, wie es eine Mutter beschrieb.

Ernährung: Was die Forschung sagt

Die Ernährung spielt eine größere Rolle, als viele Kinderärzte einräumen. Zucker allein macht kein AD(H)S – aber ein hoher Zuckerkonsum kann die Symptome verstärken, weil er Blutzuckerspitzen verursacht, die mit Konzentrationsproblemen und Unruhe einhergehen.

Künstliche Farbstoffe und bestimmte Konservierungsmittel stehen seit Jahrzehnten im Verdacht, Hyperaktivität bei sensiblen Kindern zu fördern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit verlangt bei bestimmten Farbstoffen den Warnhinweis „kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“. Das allein sollte Anlass genug sein, einen kritischen Blick auf die Ernährung zu werfen.

Weizen und Milchprodukte sind nicht per se problematisch, können aber bei individueller Sensitivität die Symptome verstärken. Eine begleitete Eliminationsdiät kann hier Klarheit schaffen – bitte nicht auf eigene Faust, sondern unter fachkundiger Begleitung.

Körperarbeit und neurale Integration

Kinder mit AD(H)S profitieren oft enorm von körperorientierten Ansätzen. Kinesiologie und Neurale Integration arbeiten mit dem Körper, um noch nicht vollständig integrierte frühkindliche Reflexe zu lösen, die sensorische Integration zu verbessern und das Nervensystem in eine bessere Balance zu bringen.

Viele Kinder mit AD(H)S haben persistierende frühkindliche Reflexe – das sind Reflexmuster aus der Säuglingszeit, die normalerweise im Laufe der Entwicklung integriert werden. Bleiben sie aktiv, kann das zu motorischer Unruhe, Konzentrationsproblemen und emotionaler Überreaktivität führen. Gezielte Körperübungen können diese Reflexe nachreifen lassen.


Sie möchten wissen, ob ich Ihnen helfen kann?

Ihr Kind hat AD(H)S und Sie suchen ergänzende Ansätze? Ich biete eine ganzheitliche Diagnostik an, die Mikronährstoffe, Darmgesundheit und Körperarbeit einbezieht. Vereinbaren Sie einen Termin in meiner Praxis in Siek.

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Die Inhalte dieses Artikels dienen der Information und können keine individuelle ärztliche oder heilkundliche Diagnose oder Behandlung ersetzen. Die Diagnose AD(H)S und jede medikamentöse Therapie gehören in ärztliche Hände. Naturheilkunde ergänzt die ärztliche Behandlung, ersetzt sie nicht.

Ihre Christiane Abraham 🌿

Christiane Abraham

Naturheilpraxis Christiane Abraham in Siek — Frauengesundheit, hormonelle Stoffwechselregulation und Traumatherapie.

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