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Warum Ihr Nervensystem drei Gänge hat

Haben Sie sich jemals gefragt, warum Sie in manchen Stresssituationen wütend werden und kämpfen wollen, in anderen davonlaufen möchten und in wieder anderen einfach erstarren – keinen klaren Gedanken fassen können, sich wie betäubt fühlen? Die Polyvagaltheorie von Stephen Porges erklärt genau das – und sie verändert, wie wir Trauma, Stress und chronische Erkrankungen verstehen.

Die drei Gänge Ihres Nervensystems

Die Polyvagaltheorie beschreibt drei Zustände, die Ihr autonomes Nervensystem einnehmen kann – wie drei Gänge in einem Getriebe.

Gang 1 – Sicherheit (ventraler Vagus): Wenn Sie sich sicher fühlen, ist der ventrale Vagus aktiv. Sie können sich verbinden, kommunizieren, zuhören, kreativ sein. Ihr Gesicht ist entspannt, Ihre Stimme moduliert, Ihr Herz schlägt ruhig. Das ist der Zustand, in dem Heilung möglich ist.

Gang 2 – Gefahr (Sympathikus): Wenn eine Bedrohung wahrgenommen wird, schaltet der Sympathikus hoch. Kampf oder Flucht. Herzrasen, schnelle Atmung, Muskelanspannung, Tunnel-Wahrnehmung. Sie sind bereit zu handeln – um jeden Preis.

Gang 3 – Lebensbedrohung (dorsaler Vagus): Wenn weder Kampf noch Flucht möglich sind, schaltet der dorsale Vagus auf Shutdown. Erstarrung, Dissoziation, Ohnmacht, Taubheit. Der Körper fährt herunter, um die Situation zu überleben.

Wenn das Nervensystem feststeckt

Bei gesunden Menschen wechselt das Nervensystem flexibel zwischen diesen Zuständen. Stress kommt, der Sympathikus reagiert, die Gefahr geht vorbei, der ventrale Vagus übernimmt wieder. Bei chronischem Stress oder Trauma kann das Nervensystem in einem der Zustände feststecken.

Dauerhafter Sympathikus-Modus zeigt sich als Angst, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Herzrasen, innere Unruhe. Dauerhafter dorsaler Vagus-Modus zeigt sich als Depression, Erschöpfung, Dissoziation, emotionale Taubheit, Rückzug.

Und genau hier knüpft meine Arbeit mit CRM-Traumatherapie an: CRM hilft dem Nervensystem, aus diesen festgefahrenen Zuständen herauszufinden und wieder flexibel zu werden. Nicht über den Kopf, sondern über den Körper und das Nervensystem selbst.

Was das für Ihre Gesundheit bedeutet

Wenn Ihr Nervensystem dauerhaft im Stressmodus feststeckt, leidet nicht nur Ihre Psyche. Der Sympathikus-Modus bremst die Verdauung, erschöpft die Nebennieren, stört die Hormonproduktion und schwächt das Immunsystem. Viele chronische Beschwerden – Reizdarm, Autoimmunerkrankungen, chronische Schmerzen, Erschöpfung – haben eine Nervensystem-Komponente, die übersehen wird.

Die Polyvagaltheorie zeigt: Es reicht nicht, nur die Symptome zu behandeln. Man muss das Nervensystem regulieren – ihm helfen, wieder in den sicheren Zustand zurückzufinden. Das ist kein Luxus, sondern die Grundlage für Heilung.

In der nächsten Woche erscheint Folge 9 meines Podcasts „Naturheilkunde verstehen“: Trauma und Körper – CRM-Traumatherapie. Dort erkläre ich ausführlich, wie CRM mit der Polyvagaltheorie arbeitet und für wen es geeignet ist.


Sie möchten wissen, ob ich Ihnen helfen kann?

Ihr Nervensystem steckt fest? CRM-Traumatherapie und Craniosacraltherapie können helfen. Vereinbaren Sie ein Kennenlerngespräch.

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Die Inhalte dieses Artikels dienen der Information und können keine individuelle ärztliche oder heilkundliche Diagnose oder Behandlung ersetzen. Traumatherapie ersetzt keine psychiatrische Behandlung. Bei akuten Krisen wenden Sie sich bitte an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117).

Ihre Christiane Abraham 🌿

Christiane Abraham

Naturheilpraxis Christiane Abraham in Siek — Frauengesundheit, hormonelle Stoffwechselregulation und Traumatherapie.

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